Bio-Psycho-Soziales Modell

Das heutige Menschenbild betrachtet den ganzen Menschen bio-psycho-sozial in seinem Gesundsein sowie Kranksein. Aktuelle Forschungsergebnisse aus der Neurophysiologie weisen darauf hin, „dass somatische Prozesse, emotionale und kognitive Prozesse sowie soziales Geschehen untrennbar miteinander verwoben sind“.

Die von der WHO im letzten Jahrzehnt eingeführte Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) legt ein bio-psycho-soziales Verständnis der funktionalen Gesundheit zugrunde und berücksichtigt den gesamten Lebenshintergrund von Betroffenen.

Das bio-psycho-soziale Modell der ICF zeigt die Folgen eines Gesundheitsproblems mit ihren Funktionsstörungen und Beeinträchtigungen für Aktivitäten und Teilhabe auf, gibt aber auch Strukturen für Lösungswege vor.

Die Grafik stellt dieses Zusammenspiel dar. Der wesentliche Nutzen der ICF besteht in der zugrunde liegenden bio-psychosozialen Betrachtungsweise der Komponenten der „Funktionsfähigkeit“, deren Beeinträchtigungen im Sinne von Krankheitsauswirkungen und in der Einführung von „Kontextfaktoren“

Zentraler Begriff der ICF ist die sogenannte funktionale Gesundheit. Danach gilt eine Person als funktional gesund, wenn vor ihrem gesamten Lebenshintergrund ihre körperlichen Funktionen einschließlich des geistigen und seelischen Bereichs und ihre Körperstrukturen allgemein anerkannten Normen entsprechen. Darüber hinaus sollte sie all das tun können, was von einem Menschen ohne Beeinträchtigungen der Körperfunktionen oder -strukturen sowie der Aktivitäten erwartet wird. Nur so ist die Partizipation im Sinne einer sozialen Teilhabe und der Teilhabe am Arbeitsleben gewährleistet.

Quellen:

  • Gahleitner S.B:, Hintenberger G. Leitner a., Biopsychosoziale – zur Aktualität des interdisziplinären Modells in Psychotherapie, Beratung und Supervision, Resonanzen-Journal, 2013
  • Hörning, Martin, Tack Johannes; MSBB mind, soul & body in balance, Köln 2021
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